Landschaft als KulturErbe. Transformation einer Bergbaulandschaft in Sachsen im 20. Jahrhundert

Im Rahmen einer Förderinitiative des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus koordiniert die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig im Zeitraum Februar 2022 bis Dezember 2025 das Verbundprojekt »Vernetzung digitaler Kulturdaten in Sachsen – DIKUSA«. Verbundpartner sind die landesfinanzierten geisteswissen- schaftlichen Forschungseinrichtungen Sachsens. Das Projekt »Landschaft als KulturErbe. Transformation einer Bergbau- landschaft in Sachsen im 20. Jahrhundert« ist eines von sechs Teilprojekten. Inhaltlich und strukturell knüpft es an das Projekt »Wismut-Erbe-Forschung« an, indem es die Ergebnisse aufgreift und die geleisteten Vorarbeiten weiterentwickelt.

Der Begriff der „Kulturlandschaft“ wird in der Forschung multidisziplinär diskutiert. Michael Kleyer beschreibt diesen Aspekt, wie folgt: „Mit Kulturlandschaft wird eine Landschaft bezeichnet, deren Gestalt im Gefolge der jeweiligen Landnutzung tiefgreifend verändert wurde.“ [1] Dieser Definition folgend wird im Projekt anhand einer digitalen Karte der Wandel der Bergbauregion um Bad Schlema in den letzten 75 Jahren abgebildet. Um dieses Ziel zu realisieren, wurde das digitale Forschungsportal »Wismut-Erbe« ausgebaut und eine Ontologie für eine Bergbaulandschaft entwickelt, die es ermöglicht, unterschiedliche Landschaftsdaten zu sammeln. Die drei Kernentitäten Orte, Institutionen und Kulturgüter werden räumlich, d. h. als Fläche in Abhängigkeit zur Zeit dargestellt. Ausgehend von diesen Vorarbeiten werden im Projekt z. B. durch die Auswertung von Archivbeständen des Unternehmensarchivs der Wismut GmbH oder des Sächsischen Staatsarchivs bestimmte Primärdaten, wie etwa die Lage der Schächte oder der Halden, vor allem aus Karten und Rissen erfasst und diese mit Hilfe eines Geoinformationssystems (GIS) nutzbar gemacht. Damit die Daten auch in die Forschungsumgebung eingespeist werden können, müssen diese noch in das passende WKT-Format konvertiert werden. Die fertig georeferenzierten Daten können nun mit weiteren relevanten Archivmaterialien verknüpft werden. Hat etwa ein Zeitzeuge wie Oliver Titzmann in einem Interview etwas zu Schacht 38, berichtet, werden diese Datensätze miteinander verknüpft. Durch die Anbindung der Forschungsumgebung an den zentralen Reconciliation-Dienst des Verbundprojektes wird darüber hinaus der Abgleich mit Normdaten und somit die weitere Verknüpfbarkeit der Daten sichergestellt. Durch diesen intermedialen Ansatz werden vergangene und mögliche zukünftige Gegenwarten einer Region interaktiv veranschaulicht und zukünftige Herausforderungen und Potentiale eines Landschaftsausschnitts aufgezeigt.

Quelle: [1] Michael Kleyer: Urbanisierungsprozesse in der Kulturlandschaft. Neue Kulturlandschaften? In: Werner Konold (Hg.): Naturlandschaft – Kulturlandschaft. Die Veränderung der Landschaften nach der Nutzbarmachung durch den Menschen. Landsberg 1996, S. 240.

Projektlaufzeit: 01.02.2022 bis 31.12.2025

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